Abtreibung – Leben im Angesicht des Todes

Keine Lust zu lesen? Dann kannst du es hier auch anhören:

In einem Interview sagte Mutter Teresa einmal: „Abtreibung zerstört ein Kind und ein Gewissen”. Sie bezeichnete es als „unglaublich“, dass eine „Mutter ihr eigenes Kind ermorden“ kann.

Sicherlich sieht das nicht jeder so und anhand der geschätzten Schwangerschaftsabbrüche, die durch das Statistische Bundesamt ermittelt werden, stellt sich das leider auch dar. Im Jahr 2015 gab es 99.200 Schwangerschaftsabbrüche dem gegenübergestellt sind es ca. 738.000 Babys, die 2015 zur Welt gekommen sind. In anderen Worten haben wir auf sechs Geburten eine Abtreibung.

Das sind erschreckende Zahlen, die Abtreibung eigentlich schon zu einem Massenphänomen machen.

Bevor wir genauer auf die Zahlen eingehen, möchte ich das Thema einmal der Bibel nach betrachten. Um hier starten zu können, müssen wir zwei verschiedene Fragen beantworten.

1. Ist das menschliche Leben heilig?

Ich denke wir Menschen teilen alle die Ansicht, dass ein menschliches Leben außerordentlich wertvoll ist. Sobald wir diese Frage betrachten, betrachten wir automatisch auch das übergeordnete Thema und die damit verbundene Frage, ob Abtreibung auf Anforderung richtig ist.

Der Ursprung des Konzeptes, dass das menschliche Leben heilig ist, finden wir schon in den Anfangskapiteln der Bibel, in denen der Schöpfungsbericht die Idee wiedergibt, dass Gott auf die Schöpfung, auf jeden Menschen, sein persönliches Bild stempelt. In der Theologie wird dieses Konzept ‚Imago Dei‘ (Das Bild Gottes im Menschen) genannt. Gott erschafft menschliche Wesen in seinem Ebenbild. Jeder Mensch hat also, egal wie korrupt oder Recht schaffend, dieses unauslöschliche Kennzeichen seines Schöpfers auf seiner Seele eingepresst und ist auf bestimmte Weisen seinem Schöpfer ähnlich.

Und so erkennen wir die Wichtigkeit dieses Konzeptes, sobald wir im 9. Kapitel von Genesis angelangt sind. Hier wird ein Gesetz gegen Mord erlassen.

Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch durch Menschen vergossen werden; denn im Bild Gottes hat Er den Menschen gemacht.“ Genesis 9:6

Gott sagt hier: „Wenn eine Person willentlich einen anderen Menschen tötet, verwirkt diese Person ihr Leben und soll hingerichtet werden“

Und so wird dieses Gesetz auch auf dem Berg Sinai von Gott bei der Offenbarung der Zehn Gebote bekräftigt indem er sagt: „Du sollst nicht morden“ Exodus 20:13.

Wenn wir also nochmal zu Genesis 9:6 zurückgehen, dann wissen wir auch warum wir nicht morden sollen, „denn im Bild Gottes hat Er den Menschen gemacht.“ In anderen Worten sagt Gott hier, dass das menschliche Leben so heilig ist und ein Angriff auf einen Menschen von Gott als ein Angriff auf ihn selbst gesehen wird. Die biblische Botschaft ist also, dass der Mensch Würde hat, weil Gott ihn nicht nur erschaffen hat, sondern weil Gott es auch proklamiert, dass der Mensch wertvoll und jedes menschliche Leben heilig ist. Wir finden das natürlich nicht nur im Alten Testament. Die ganze Bibel ist voll davon, dass ein menschliches Leben einen unermesslichen Wert hat. (s.a. Matthäus 5:21+22)

2. Wann beginnt das menschliche Leben?

Um diese zweite Frage beantworten zu können, müssen wir ehrlich sein und sagen, dass wir in der Bibel folgende Aussage nicht finden: „Das menschliche Leben beginnt ab der Empfängnis“ oder „Abtreibung ist Mord“. Man muss aber auch sofort hinzufügen, dass unsere Theologie nicht nur auf expliziten und eindeutigen Aussagen aufgebaut ist, sondern auch auf mehreren Aussagen, die sich auf die ganze Schrift verteilt, finden lassen. Wir glauben an die Gesamtheit der Heiligen Schrift.

Die Bibel stellt auf jeden Fall einen ununterbrochenen Zusammenhang zwischen dem vorgeburtlichen und dem nachgeburtlichen Leben her. Nebenbei gesagt, muss man dazu nicht mal die Bibel lesen um eine solche Beobachtung machen zu können. Ich selbst weiß, dass ich einmal ein Fötus war. Jeder lebende Mensch war einmal ein Fötus. Natürlich ist das nicht die entscheidende Frage von der so viele Entscheidungen abhängen, sondern ob man als Fötus schon ein lebendiges Wesen war. Das sind zwei Fragen, die nahe beieinander liegen, aber technisch unterschiedlich sind.

Psalm 139 wird oft dazu verwendet, um aus biblischer Sicht zu begründen, dass das Leben schon ab dem Empfängnis beginnt. In den Versen 13-16 lesen wir:

Denn du hast meine Nieren gebildet; du hast mich gewoben im Schoß meiner Mutter. Ich danke dir dafür, dass ich erstaunlich und wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt das wohl! Mein Gebein war nicht verhüllt vor dir, als ich im Verborgenen gemacht wurde, kunstvoll gewirkt tief unten auf Erden. Deine Augen sahen mich schon als ungeformten Keim, und in dein Buch waren geschrieben alle Tage, die noch werden sollten, als noch keiner von ihnen war.

Es hört sich so an als würde David damit sagen wollen, dass Gott mit ihm schon vor seiner Geburt eine persönliche Beziehung mit ihm hatte. Jeremia beschreibt es auf diese Weise:

Ehe ich dich im Mutterleib bildete, habe ich dich ersehen, und bevor du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt; zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt!“ Jeremia 1:5

Wenn man das hebräische Wort für Fötus im Alten Testament betrachtet, dann ist es tatsächlich das gleiche Wort, das auch für ein lebendes geborenes Kind benutzt wird. Das gleiche finden wir auch im griechischen des Neuen Testaments. Das legt wohl nahe, dass aus biblischer Sicht auch Menschen schon Menschen sind bevor sie überhaupt geboren sind. So finden wir natürlich im Ganzen der Bibel mehrere Textstellen, die uns solche Hinweise geben (s. a. Lukas 1, Maria besucht Elisabeth; Exodus 21, ungeborene Kinder in Israel waren durch das Gesetz geschützt)

Wir haben uns nun folgendes erarbeitet:

1.     Die Bibel gibt eindeutig an, dass das menschliche Leben heilig und wertvoll ist, weil wir im Ebenbild Gottes erschaffen worden sind.

2.     Die Bibel zeigt uns anhand von mehreren Verweisen, dass das menschliche Leben schon vor der Geburt beginnt.

Obwohl die Bibel so deutlich beschreibt, dass das Leben schon vor der Geburt startet, gibt es eine große Diskussion darüber, wo man diese Lebenszeichen vor der Geburt finden kann. Und so werden Ungeborene als Zellmasse abgeurteilt. Die Frage kommt auf, ob es auch ohne Bibel Zeichen für Leben vor der Geburt gibt. „Leblose Zellmasse wegzuschmeißen ist ja wohl nichts moralisch Verwerfliches“.

Gibt es also vor der Geburt Beweise für Leben im Bauch einer Frau?

Die Wissenschaft hat uns über die vergangenen Jahre klar gemacht, dass der genetische Code eines Menschen schon ab dem Punkt der Empfängnis’ fest verankert ist. Nicht ein paar Wochen oder Monate später, sondern ab dem Punkt der Empfängnis‘ ist der ganze genetische Code vorhanden.

Innerhalb von 18-21 Tagen nach der Empfängnis kann man einen Herzschlag erkennen. Und der Herzschlag ist wohl ein Gedanke wert, wenn wir über menschliches Leben reden. Das würden wir ganz eindeutig erkennen, wenn unser Herz auf einmal stehen bleiben würde.

Nach ca. 8 Wochen, noch sehr früh im 1. Trimester, sind Hirnwellen und Fingerabdrücke vorhanden.

Zwischen der 12. Und 13. Woche fängt der Fötus an am Daumen zu lutschen und zuckt bei Schmerzen zusammen.

Der Fötus fühlt also Schmerz und erkennt auch Gefahr. Der Film „Der stumme Schrei“ stellt das sehr klar dar. Das sind wohl etliche Fakten, die auch auf wissenschaftlicher Basis beweisen, dass schon vor der Geburt Leben vorhanden ist.

Die Lage in Deutschland

Legal darf man ein Ungeborenes nach Erhalt eines Beratungsscheins und bis zwölf Wochen nach der Empfängnis abtreiben. Das ist die Zeit, in der der Fötus schon einen Herzschlag hat und sogar in vielen Fällen funktionierende Nervensysteme.

Was sind also die Gründe für die vielen Abtreibungen in Deutschland (99.200)?

Leider wird die öffentliche Diskussion fernab der Realität geführt und so hört man in einem Talkshowszenario meist selbsterklärte Feministen auf folgende Weise für Abtreibung werben: „Stellen sie sich mal ein 16-jähriges Mädchen vor, das vergewaltigt worden ist und ein schwerbehindertes Kind auf die Welt bringen soll. Wollen sie diese Frau zwingen das Kind auszutragen?“

Auf den ersten Blick hört sich das ja nachvollziehbar an, doch dann wirft man einen Blick auf die Zahlen und bemerkt, dass nur 4 % aller Abtreibungen aufgrund von medizinischer oder kriminologischer Indikationen geschehen sind. Das sind von 99.200 Abtreibungen 3.968 Abtreibungen. Warum haben aber die anderen 95.232 abgetrieben?

Vielleicht müsste man die Diskussion in Deutschland erweitern und Mythen (z. B. ein Fötus ist nur Zellmasse) bekämpfen, die Abtreibung zu etwas gewöhnlichem machen. Kristijan Aufiero sagt aus seiner jahrelangen Erfahrung heraus: „Keine Frau will ihr Kind abtreiben“.

“Es gibt viele Gründe warum Frauen abtreiben – aus Angst das Kind nicht versorgen zu können, wegen Druck aus dem persönlichen Umfeld, aber keine Frau möchte das tun!”

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