Die Dreieinigkeit!?

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Als „Christen“ sollten wir verstehen, was die Dreieinigkeit ist. Wir sollten verstehen, dass wir der Bibel nach einen dreieinen Gott haben. Aber macht das überhaupt Sinn?

Wenn man den durchschnittlichen Christen fragt, was die Dreieinigkeit ist, dann heißt es oft: „Das ist ein ‚Mysterium‘!“ oder man bekommt leere Blicke zugeworfen. Muslime bezeichnen das Christentum auch oft aufgrund der Dreieinigkeit als Polytheismus, als die Verehrung von mehreren Göttern. Doch was ist nun die Dreieinigkeit? Was bedeutet 3 in 1?

Meiner Meinung nach ist es sehr wichtig die Lehre der Dreieinigkeit artikulieren zu können, wenn man daran glaubt! Wenn man an etwas glaubt, dann sollte man auch im Stande sein, es in Worte zu fassen. Wenn man nicht weiß, an was man glaubt, dann glaubt man auch nicht daran. Du willst zwar daran glauben, aber du weißt nicht was es ist. Demnach sollte man im Stande sein die Lehre der Dreieinigkeit in Worte zu fassen.

Die Lehre der Dreieinigkeit ist der Glaube, dass Gott im Wesen einer ist und drei in PersonenEin Wesen und drei Personen. Gleich zu Anfang, dies ist kein Widerspruch. Hätte ich gesagt, dass Gott ein Wesen und drei Wesen ist, dann wäre das ein Widerspruch gewesen. Also, ein Wesen und drei Personen. Was ist also der Unterschied zwischen einem Wesen und einer Person?

Ein Wesen ist das, was dich zu dem macht, was du bist. Eine Person ist das, was dich zu dem macht, wer du bist. Was für ein Wesen bin ich zum Beispiel? Ich bin ein menschliches Wesen. Wer bin ich? Ich bin Simon Papenburg. Was ich bin, ist ein menschliches Wesen. Das ist mein Wesen. Ich bin Simon Papenburg. Das ist meine Person.

Jeder, der diesen Artikel liest teilt mit mir, im Grunde, dasselbe Wesen. Aber keiner, der diese Worte liest, teilt sich mit mir dieselbe Person. Wir sind verschiedene Personen. Die Charakteristiken eines Wesens sind demnach stark von denen einer Person zu unterscheiden.

Ich bin also ein Wesen mit einer Person. Gott ist ein Wesen mit drei Personen. Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Mit diesem Thema der Dreieinigkeit werden auch oft die Personen und das Verhältnis zwischen diesen Personen diskutiert. Was bedeutet es für Jesus, dass er der Sohn Gottes ist und was bedeutet es für Gott, dass er der Vater ist? Dies sind verschiedene Rollen innerhalb der Dreieinigkeit. Wenn manche den Begriff „Sohn“ sehen, dann unterstellen sie dem Sohn Unterlegenheit gegenüber dem Vater. Doch es ist nur in gewisser Hinsicht richtig. Lasst mich an diesem Punkt ein paar Bibelverse aufführen:

„Ihr habt gehört, daß ich euch sagte: Ich gehe hin, und ich komme zu euch! Wenn ihr mich lieb hättet, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Vater; denn mein Vater ist größer als ich.” Johannes 14:28

Wie ist es möglich, dass Jesus Gott ist, wenn er sagt: „denn mein Vater ist größer als ich“ (ebd. V.28)?

Stellen wir uns vor wir arbeiten als Programmierer bei Facebook. Wir wissen, dass Mark Zuckerberg der Gründer und Vorstandsvorsitzende von Facebook ist. Er ist der Chef und somit „größer“ als ein Programmierer. Dennoch ist Mark Zuckerberg im Wesen, genauso wie der kleine Angestellte, ein Mensch. Sein Wesen ist im Grunde das gleiche wie meines. Wir sind in diesem Sinn gleich, doch seine Rolle ist größer als meine. In diesem Sinn bin ich also unterlegen. Wenn Jesus nun sagt: “[D]enn mein Vater ist größer als ich”, ist das Wesen das Gleiche, die Rolle aber eine andere.

Eine Aussage, die man hierzu oft hört ist: „Die Dreieinigkeit ist im Alten Testament gar nicht zu finden! Das ist etwas neues, das von den Christen erfunden wurde!“

Ich fürchte, dass ich damit nicht übereinstimme. Wenn wir nun das Alte Testament mit der Perspektive des Neuen Testaments lesen, dann finden wir die Dreieinigkeit auch im Alten Testament.
Wo können wir das finden? Wo fangen wir an, die Dreieinigkeit im Alten Testament zu sehen? Ich sehe sie im ersten Vers des ersten Kapitels des ersten Buches der Bibel. Genesis 1, 1:

בְּרֵאשִׁית בָּרָא אֱלֹהִים אֵת הַשָּׁמַיִם וְאת הָאָרֶץ׃

Am Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde

Wenn wir uns das im Hebräischen anschauen, dann heißt es „älohîm erschuf die Himmel und die Erde„. Das Wort älohîm  ist jedoch ein Plural und heißt übersetzt „Götter”. Wenn wir uns nun das Wort „schaffen“ (bârâ‘) anschauen, erkennen wir, dass dieses jedoch im Singular steht. Jetzt müsste dieser Vers eigentlich: „Am Anfang schuf Götter die Himmel und die Erde“ heißen. So haben wir gleich zu Beginn des Alten Testaments Einzahl und Mehrzahl in der Gottheit. Wir sehen es im selben Kapitel in Vers 26 noch einmal:
Und Gott sprach: Laßt uns Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich”

Jetzt mag der Eine sagen: „Dass wird wohl ein Hoheitsplural sein.“; doch der Hoheitsplural wurde im Hebräischen zu dieser Zeit nicht genutzt. Es kommt hinzu, dass viele Schriftgelehrte und Exegeten des Alten Testaments  einen Hoheitsplural im Allgemeinen in der hebräischen Sprache anzweifeln.

Zum Abschluss wollen wir uns einmal das Sch’ma Jisrael (Deuteronomium 6, 4) anschauen, das von Juden bis zu zweimal am Tag gebetet wird. Es sind folgende Worte:

schəma jisrael adonai elohenu adonai echad  (Höre Jisrael! Adonai ist unser Gott; Adonai ist Eins)

Dieses Wort Eins (echad) wird nicht benutzt, um etwas Alleinstehendes zu beschreiben, sondern eine Einheit. Dieses Wort würde zum Beispiel benutzt werden um ein Traubenbündel zu beschreiben. Damit ist zwar jede einzelne Traube gemeint, aber doch wird es als eine Einheit durch das Wort echad beschrieben.

Wir sehen nun die Dreieinigkeit durchgehend in der ganzen Bibel, im Alten wie im Neuen Testament. Wir haben durch die Bibel hindurch genug Stellen, die einen dreieinen Gott darstellen. Es liegt nun an uns, dass wir nicht nur an diese Dinge glauben, sondern auch die biblische Grundlage dafür haben.

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