Gott+Beziehung+Ehe: Der Liebesmythos (Teil 2)

Keine Lust zu lesen? Dann kannst du es hier auch anhören:

Wir wurden angelogen! Ein Skandal! An jeder Ecke, ja, in fast jedem Buch, Film und in vielen Blogs wird uns ein Bild der Liebe übermittelt, das uns eine “fatale” Liebe glaubhaft machen will. Es geht um den griechisch-römischen Mythos der romantischen Liebe. Aber was soll das bedeuten?

Normalerweise dreht es sich um folgendes, wenn wir über die Liebe reden: Ein kleines Engelchen namens Amor schießt wahllos um sich und wenn Amor seinen Pfeil auf dich schießt, dann entsteht eine überwältigende Leidenschaft für eine andere Person. Man sagt auf einmal merkwürdige Dinge wie: “Diese Sache ist größer als wir beide”, etwas in der Art wie “Wir können uns die Person nicht aussuchen, in die wir uns verlieben!” oder kryptische Dinge wie “Das Herz will, was es will!”. Wir geben diese Laute von uns obwohl wir nicht wissen, was diese Sätze bedeuten, aber genau das ist der Dreh- und Angelpunkt dieser Art von Liebe. Und so ist dies anscheinend das allgemein gängige Verständnis der Liebe.

Das Problem dabei ist, dass selbst unsere Gemeinden schon davon unterwandert wurden

Irgendeine überwältigende Kraft haut dich also um und wenn dich diese Kraft erwischt, dann kannst du nichts mehr dagegen tun. In diesem Prozess benutzen wir sogar Sätze wie: “Folge deinem Herzen!”

Was sagt die Bibel denn über das Herz?

„Nichts ist so abgründig wie das menschliche Herz. Voll Unheil ist es; wer kann es durchschauen?“ Jeremia 17:9

Die Bibel sagt also: “Folge deinem Herzen bloß nicht!”

Und so stoßen wir auf mehrere Probleme, wenn wir an den oben genannten griechisch-römischen Mythos der Liebe glauben. Angenommen durch diesen Mythos wird die Liebe wirklich beschrieben, dann ist die Liebe unkontrollierbar und wir können uns denjenigen, in den wir uns verlieben, nicht aussuchen. Ist dann noch irgendeine Ehe sicher? Kann das ernsthaft wahr sein?

Folgendes Szenario: Ein verheirateter Mann sitzt aufgrund einer Geschäftsreise in einem Flugzeug und neben ihm sitzt eine unglaublich schöne aber unbekannte Frau, die auch noch etwas von ihm will. Während dieser Zeit im Flugzeug trifft ihn auf einmal und unverhofft der Pfeil des Armor und “diese Sache ist nun größer als die Beiden” denn “wir wählen denjenigen nicht aus, in den wir uns verlieben”. Der Mann könnte jetzt doch eigentlich zuhause anrufen und ihr sagen: “Schatz, es ist aus mit uns beiden, denn das Herz will, was es will!”

Wenn das die wahre Liebe ist, dann gibt es auch keine sicheren Ehen mehr. Das ist wohl auch der Grund, dass viele Paare Angst haben zu heiraten, weil sie dem Mythos verfallen sind und genau wissen, wie unsicher diese Art von Liebe ist.

Aus dieser Angst und Unsicherheit heraus wurde an einer passenden Idee getüftelt und so entstand die Idee des “Einen”. Beziehung nach Beziehung landet nun auf dem Müll, denn angetrieben von dieser mächtigen Macht des Armors, hoffen wir immer wieder auf’s neue, dass es dieses Mal “die Eine/der Eine” sein könnte. So endet diese Spirale auch erst, wenn wir diese eine Person gefunden haben. Davon abgesehen, dass es ein riesiger Blödsinn ist, ist es auch in keiner Weise biblisch.

Das Konstrukt des “Einen” ist jedoch nicht nur an einer Stelle wackelig, denn wie kann man objektiv wissen, dass man “den Einen/die Eine” gefunden hat?

Angenommen man ist jetzt ein Jahr verheiratet und es kommen plötzlich Schwierigkeiten auf, denn es ist schwierig mit einer anderen Person zusammen zu leben. Diese Ehe sieht komischerweise auf einmal nicht mehr so romantisch aus und dann könnte einem wohl der Gedanke kommen: “Ich muss die falsche Person geheiratet haben!”

Diese Schwierigkeiten kommen auf, wenn man dieses idealisierte und vollkommen unbiblische Bild der Liebe glaubt. Man kann sich nie sicher sein, ob es tatsächlich “der Eine/die Eine” ist.

Es sind drei bemerkenswerte und schwerwiegende Probleme, auf die man stößt, wenn man sich den Mythos der romantischen Liebe verkaufen lässt:

Problem 1 – Keine Ehe ist sicher
Problem 2 – Man kann sich niemals vollkommen sicher sein, die richtige Person gefunden zu haben
Problem 3 – Diese Art von Liebe ist nicht übertragbar

Was hat es nun mit dem dritten Punkt auf sich?

Vielleicht hat der eine oder andere schon einmal gehört, dass sich werdende Eltern in etwa so äußern: “Wir lieben einander so sehr, doch werden wir überhaupt genug Liebe für das Baby haben können?”. Das Baby kommt also zur Welt und die Liebe ist da. Dieses Ehepaar bekommt dann irgendwann ihr zweites Kind und Armor scheint merkwürdigerweise den Pfeil für dieses Kind vergessen zu haben. Es sind keine Emotionen vorhanden und man fragt sich, was man mit dem Kind machen soll. Soll man das Kind weggeben?

Romantische Liebe ist nicht übertragbar, denn im Zentrum des Ganzen steht, dass es einen immer überwältigen muss, damit man im Stande ist zu lieben. Warum passiert das?

Der Grund für diese Misere ist, dass wir diese Lüge abgekauft haben. Dieses Bild von Liebe wird als Vorbild genommen und gleichzeitig in unsere Gemeinden importiert. Einen Moment mal! Sollten wir nicht eher Jesus als Vorbild nehmen?

Jesus war uns ein Vorbild für wahre Liebe und so ist die biblische Liebe auch das vollkommene Gegenteil von dem Bild der Liebe, das wir von unserer Kultur übermittelt bekommen haben. Wie lässt sich biblische Liebe definieren?

Biblische Liebe ist ein handeln des Willens, das von Emotionen begleitet ist und es führt zu einer Aktion zugunsten des Objekts.

Aber was bedeutet das jetzt?

Das werden wir wohl erst in einer Woche, im dritten Teil dieser Serie, herausfinden. Bis dahin könnt ihr gespannt sein, wie sich diese Definition entwickelt hat und was sie genau bedeutet.

Teile es auch mit anderen...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.