Warum glauben wir überhaupt? – Teil 4

Keine Lust zu lesen? Dann kannst du es hier auch anhören:

Die Bibel weist uns in 1. Petrus 3:15 zu folgendem an: „[S]ondern heiligt vielmehr Gott, den Herrn, in euren Herzen! Seid aber allezeit bereit zur Verantwortung gegenüber jedermann, der Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, [und zwar] mit Sanftmut und Ehrerbietung;“

Wir Christen sollen also „allezeit bereit zur Verantwortung gegenüber jedermann“ sein. Wir finden an dieser Stelle das Wort Apologia (ἀπολογίαν) im griechischen. In der englischen Sprache finden wir einen ähnlichen Begriff, nämlich apologize, der übersetzt ‚entschuldigen‘ bedeutet. Doch das griechische legt uns nicht nahe, dass wir uns für unseren Glauben entschuldigen sollen. Bei einer direkten Übersetzung aus dem griechischen erhalten wir das Wort Verteidigung. Dieser Begriff hat auch innerhalb der Theologie die Disziplin der „Apologetik“ hervorgebracht.

Nach Petrus sollen wir also allezeit bereit sein unseren Glauben zu verteidigen. Doch wie machen wir das?

Es hat mal jemand gesagt: „Apologetik ist die Kunst jemanden bedauern zu lassen, dass er überhaupt gefragt hat.“

Das ist natürlich nicht das, was wir tun sollten. Wir lesen in unserem vorliegenden Vers genauere Anweisungen für das Wie: „Mit Sanftmut und Ehrerbietung“.

Das wie bringt uns an den Punkt an dem die Apologetik meist falsch verstanden wird. Wenn wir unseren Glauben gegenüber jemanden verteidigen, dann diskutieren wir vielleicht mit ihm darüber aber wir streiten uns nicht. Denn eine Diskussion ist ein „lebhaftes (oft kontrovers geführtes) Gespräch über ein Thema oder Problem.“ (google).

Eine Sache wird hier aber oft vergessen, denn hier steht, dass wir gegenüber jedermann Antwort geben sollen, der fragt. Dabei drängt sich uns doch eine Frage jeden Tag aufs Neue auf: „Lebst du ein christliches Leben, dass jemanden dazu bringt, dich über die Hoffnung, die in dir ist, fragen zu wollen?“

In Kolosser 4:5+6 sagt Paulus:

Wandelt in Weisheit denen gegenüber (andere Übersetzung: entgegen), die außerhalb [der Gemeinde] sind,“

Wenn du vielleicht kein Christ bist, dann sei dir bewusst, wir Christen laufen dir, mit einer offenen Hand der Freundschaft, entgegen.

Als Christ möchte ich wissen…:

  • …was dir am Herzen liegt?
  • …was dich bewegt?
  • …was dich nachts wachhält?
  • …was deine Gedanken belastet und dir Sorgen in deinem Leben bereitet?
  • …was dich dazu bringt Gott vollkommen abzulehnen?

„und kauft die Zeit aus! Euer Wort sei allezeit in Gnade, mit Salz gewürzt, damit ihr wißt, wie ihr jedem einzelnen antworten sollt.“ (ebd.)

Paulus sagt hier jedoch nicht, dass wir auf jede einzelne Frage eine Antwort haben sollen (wir sind nach wie vor Menschen). Als Christen sind wir nämlich nicht in dem Geschäft Fragen richtig zu beantworten. Das was uns Paulus hier nahelegt, ist – ‚Beantwortet Menschen, nicht Fragen!‘

Fragen brauchen keine Antworten aber Menschen brauchen Antworten.

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