Schlechte Mathematik

Keine Lust zu lesen? Dann kannst du es hier auch anhören:

„Da sind wir einmal motiviert etwas für Gott zu machen und wir begeben uns sofort auf den Weg, doch es folgt Hindernis um Hindernis. Haben wir etwa falsch gebetet? Warum kommen wir nicht voran? Wären wir doch bloß Jünger Jesu, denn die konnten da hingehen, wo sie wollten und es passierte immer etwas…“

Es zwingt sich uns jedoch folgende Frage auf, wenn wir solche Aussagen tätigen: War das wirklich so? Hatten Paulus und Petrus immer freie Fahrt?

Schauen wir dazu doch einmal in die Apostelgeschichte:

„Als sie aber Phrygien und das Gebiet Galatiens durchzogen, wurde ihnen vom Heiligen Geist gewehrt, das Wort in [der Provinz] Asia zu verkündigen. Als sie nach Mysien kamen, versuchten sie, nach Bithynien zu reisen; und der Geist ließ es ihnen nicht zu. Da reisten sie an Mysien vorbei und kamen hinab nach Troas.“ Apostelgeschichte 16:6-8

Paulus und Silas bekommen ein „Nein“ von Gott und man kann gut erkennen, dass wir auf dem Weg mit und für Gott auch auf ein „Nein“ gewappnet sein sollten.

1. Gott ist ein Vater und Väter sagen: „Nein!“

Ein „Nein“ heißt jedoch nicht, dass er uns ablehnt, sondern dass er uns beschützen möchte. Manchmal müssen wir auch ein „Nein“ von Gott bekommen, bevor er „Ja“ sagen kann.

2. Wenn Gott „Nein“ sagt, dann hält er etwas größeres und besseres für dich bereit.

 Was war denn Gottes Plan für die Gemeinde, nachdem Jesus die Erde verlassen hatte?

[S]ondern ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde!“  – Apostelgeschichte 1:8

  • Der 1.Schritt war der Heilige Geist für Jerusalem (siehe Apostelgeschichte 2:1)
  • Der 2.Schritt äußerte sich in Verfolgung und dadurch wurden Judäa und Samaria erreicht (siehe Apostelgeschichte 8:1+4)
  • Der 3.Schritt wurde durch 2x „Nein“ bewirkt und so wurden sie auch an „das Ende der Erde“, nach Europa gebracht (siehe Apostelgeschichte 16:9+10)

3. Besser bedeutet nicht (unbedingt) einfacher

Paulus und Silas reisten also, durch einen Traum gewirkt nach Mazedonien und predigten dort das Evangelium. Und schon öffnete eine Frau namens Lydia ihr Herz für das Evangelium und ließ sich daraufhin taufen. Es lief also sehr gut, Gott wirkte Wunder durch sein Wort. Doch auf einmal begegneten sie einem Mädchen, das ein Wahrsagegeist hatte und diese rief über Tage hinweg „Diese Männer sind Diener des höchsten Gottes, die uns den Weg des Heils verkündigen!“ aus. Paulus aber wurde es zu viel und trieb ihr den Geist aus. Schlussendlich und für uns eigentlich unverständlich, weil Paulus dadurch ja nichts Falsches tat, landeten er und Silas im Gefängnis. Paulus wurde also ins Gefängnis geschmissen, obwohl er Gottes Willen ausführte und eigentlich das Richtige tat. (siehe 16:11-22)

„Und nachdem sie ihnen viele Schläge gegeben hatten, warfen sie sie ins Gefängnis und geboten dem Kerkermeister, sie sicher zu verwahren. Dieser warf sie auf solchen Befehl hin ins innere Gefängnis und schloss ihre Füße in den Stock. Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott mit Gesang, und die Gefangenen hörten ihnen zu. Da entstand plötzlich ein großes Erdbeben, sodass die Grundfesten des Gefängnisses erschüttert wurden, und sogleich öffneten sich alle Türen, und die Fesseln aller wurden gelöst.” Apostelgeschichte 16:23-26

⇒ Ihre Reaktion auf das Ganze war, dass sie sangen, preisten und beteten. Als Reaktion darauf bebte die Erde, die Türen sprangen auf und die Ketten fielen ab.

Selbstreflektierend möchte ich hier einmal eine Frage einwerfen: Was wäre unsere Reaktion darauf wohl gewesen? Unsere Fesseln fallen ab, die Türen öffnen sich und der Weg ist frei zu gehen. (Ich wäre ganz sicher gegangen, wenn nicht sogar gerannt. Und deshalb war ich wohl nicht mit Paulus und Silas im Gefängnis). DOCH Paulus und Silas blieben im Gefängnis. Und so können wir auch hier etwas Wichtiges für unser Glaubensleben lernen.

Hier kommt also die „schlechte mathematische Gleichung“:

Eine harte Zeit + eine offene Tür ≠ dass wir gehen können      (≠ – „bedeutet nicht immer“)

Und so gibt es viele Geschichten in der Bibel, denen man das Gleiche abgewinnen kann. Das Primärbeispiel ist wohl Jesus, der, obwohl es ihm möglich gewesen wäre, nicht vom Kreuz hinab stieg. Wenn man sich nur einmal Jesus‘ Leben anschaut, dann war sein Tod am Kreuz, so grausam er auch war, der Moment als er am stärksten im Zentrum des Willen Gottes stand. Obwohl du es vielleicht nicht „fühlst“ bedeutet dies noch lange nicht, dass du nicht in Gottes Willen bist. Nur weil es hart ist, heißt das nicht, dass Gott uns dort nicht haben möchte.

Dadurch, dass Paulus und Silas blieben, retteten sie das Leben des Kerkermeisters und dieser nahm Jesus als seinen Retter an. (Apg. 16:27-34) Dadurch, dass sie nicht flohen, blieb nicht nur der Kerkermeister am Leben, nein, in Vers 33 können wir sogar lesen: „Und er nahm sie zu sich in jener Stunde der Nacht und wusch ihnen die Striemen; und er ließ sich auf der Stelle taufen, er und all die Seinen.“

Derjenige, der die Wunden verursachte, kann im wahrsten Sinne des Wortes ein Teil davon werden, die Wunden wieder zu heilen, wenn wir in diesen schweren Situationen nicht davon laufen.

 

 

[1]inspiriert von Tim Dilena und Ravi Zacharias

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