Steht das wirklich so in der Bibel?

Ich habe mit den Besuchern des Gottesdienstes am Sonntag neulich ein Quiz gemacht. Die Herausforderung war, von einer Auswahl von Sätzen herauszubekommen, wie viele von diesen, Wort für Wort, in der Bibel vorkommen. Und bevor ihr die Auflösung lest, könnt ihr gerne mit überlegen, welche von diesen Sätzen in der Bibel zu finden sind oder nicht.  Hier sind 9 Sätze:

1. Gott wird dir nicht mehr geben, wie du tragen kannst
2. Der Teufel ließ mich das machen
3. Die Versuchung war zu stark ich konnte nicht widerstehen
4. Wir sind alle Gottes Kinder
5. Gott hat keine Favoriten
6. Gott hilft denen, die sich selbst helfen
7. Hasse die Sünde, liebe den Sünder
8. Geld ist die Wurzel allen Übels
9. Der Löwe wird sich mit dem Lamm niederlegen

Keine Lust zu lesen? Dann kannst du es hier auch anhören:

Zu 1 (Gott wird dir nicht mehr geben, wie du tragen kannst):

Doch, dass wird er ganz sicher tun. Der Apostel Paulus schrieb dazu folgendes nieder:

“Ihr müsst nämlich wissen, Geschwister, dass das, was wir in der Provinz Asien durchmachten, so überaus schwer auf uns lastete und unsere Kräfte so sehr überstieg, dass wir schließlich nicht einmal mehr damit rechneten, mit dem Leben davonzukommen.” (2.Korinther 1:8)

Warum?

“Wir kamen uns vor, als wäre das Todesurteil über uns gesprochen worden. Aber das alles geschah, damit wir nicht auf uns selbst vertrauten, sondern auf Gott, der die Toten zu neuem Leben erweckt.” (ebd. Vers 9)

Worte wie “so überaus schwer”, “unsere Kräfte so sehr überstieg” und “sodass wir selbst am Leben verzweifelten” zeigen uns, dass die Schwierigkeiten, die Er und die anderen Jünger durchlebten, weit über ihren menschlichen Kräften lagen.

Zu 2 (Der Teufel ließ mich das machen):

Diese Aussage hat wohl ihren Beginn im Garten Eden. Nachdem Eva die Frucht von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen aß, wurde sie von Gott damit konfrontiert. Sie schob die Schuld jedoch auf die Schlange.

“Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt; da habe ich gegessen!” (Genesis 3:12)

So einfach es auch wäre Satan für unsere schlechten Entscheidungen zum Sündenbock zu machen, ist das vorliegende Konzept leider nicht biblisch!

Obwohl der Satan die treibende Kraft hinter vielem Bösen in dieser Welt ist, müssen wir doch unsere sündhafte Natur für unsere Sünden verantwortlich machen.

“Nein, wenn jemand in Versuchung gerät, ist es seine eigene Begierde, die ihn reizt und in die Falle lockt.” (Jakobus 1:14)

Zu 3 (Die Versuchung war zu stark ich konnte nicht widerstehen):

Manchmal, wenn wir inmitten einer Versuchung sind, dann kommt es schon vor, dass es so aussieht als ob wir nicht widerstehen könnten. Doch Gott kennt die Schwachheit unseres Fleisches und er hat uns das Versprechen gegeben und zu helfen siegreich aus der Versuchung hervor zu gehen.

“Die Prüfungen, denen ihr bisher ausgesetzt wart, sind nicht über ein für uns Menschen erträgliches Maß hinausgegangen. Und Gott ist treu; er wird euch ´auch in Zukunft` in keine Prüfung geraten lassen, die eure Kraft übersteigt. Wenn er euren Glauben auf die Probe stellt, wird er euch auch einen Weg zeigen, auf dem ihr die Probe bestehen könnt.” (1. Korinther 10:13)

  1. Gott wird es nie erlauben, dass wir über dem Maß versucht werden, dem wir auch standhalten können.
  2. Jeder Versuchung, der wir begegnen, können wir demnach widerstehen.

Zu 4 (Wir sind alle Gottes Kinder):

Was die Leute, die das sagen, wirklich meinen, ist: “Gott hat uns alle erschaffen”. Gott ist in diesem Sinn unser aller Vater, weil er uns geformt hat und uns Leben gegeben hat. Doch wir sind nicht alle Gottes Kinder.

Dadurch, dass Gott ein Wesen ist, dass eine Beziehung mit uns sucht können wir im wahren und biblischen Sinn nicht alle seine Kinder sein.

Erst wenn wir sein Geschenk des ewigen Lebens durch Glauben annehmen, für unsere Sünden Buße tun, sein Opfer für uns am Kreuz akzeptieren und ihm unser Leben ihm hingeben, dann sind wir wirklich seine Kinder

Ansonsten sind wir nur eines seiner erschaffenen Wesen

Zu 5 (Gott hat keine Favoriten):

Diese Überzeugung ist durch die Aussage von Petrus in Apostelgeschichte 10:34 entstanden: “»Wahrhaftig«, begann Petrus, »jetzt wird mir ´erst richtig` klar, dass Gott keine Unterschiede zwischen den Menschen macht!” 

Petrus sagte das, als Gott ihn berief das Evangelium in dem Haus von Cornelius zu predigen. In Bezug auf Errettung stimmt diese Aussage auch, Gott nimmt alle an. “Denn »jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden«.” 

Es ist jedoch auch wahr, dass Gott bestimmten außergewöhnlich treuen Personen Ehre erweist.
Er nannte Moses und Abraham seine Freunde (Moses=Exodus 33:11; Abraham= 2.Chronik 20:7, Jesaja 41:8; Jakobus 2:23)
Gott nannte David “einen Mann nach seinem Herzen” (1. Samuel 13:14).
Daniel wird als “vielgeliebter Mann” beschrieben.
Und Maria, die Mutter von Jesus, wird als “du Begnadigte” bezeichnet (Lukas 1:28)

Diese Art der Bevorzugung wurde jedoch vollkommen anders gebraucht, als sie heutzutage gebräuchlich ist. Obwohl sich diese gottgefälligen Männer und Frauen an einer tiefen Beziehung mit dem HERRN erfreuen durften, wurden ihnen die Schwierigkeiten des Lebens, die man als ergebener Nachfolger Christi erwarten kann, dennoch nicht erspart.

Zu 6 (Gott hilft denen, die sich selbst helfen):

Die frühste Aufzeichnung dieser Aussage, können wir in der Fabel von Aesop namens “Der Fuhrmann und Herkules” finden.
Der Wagen eines Mannes blieb in einer schlammigen Straße stecken, daraufhin begann der Mann zu Herkules um Hilfe zu beten. Herkules erschien auch und sagte: “Steh auf und stemme dich gegen das Rad!”

Die Moral der Geschichte war, “dass die Götter denen helfen, die sich selbst helfen”

Aesop war ein griechischer Schriftsteller, der von circa 620 bis 564 v. Chr. lebte, aber offensichtlich nicht zur Bibel beitrug.

Als biblische Binsenwahrheit kann man diesen Spruch aber auch nicht bezeichnen.

Wir können nichts zu unserer Errettung dazu tun; Errettung ist durch Christus allein. Hinzu kommt wohl auch, dass Gott dafür bekannt ist, dass er Witwen, Waisen und anderen Personen hilft, die nicht im Stande sind sich selbst zu helfen.

Jedoch können wir bei unser eigenen Heiligung – geistlich reifer zu werden – aktiv werden und das sollen wir sogar.

“Richtet euch als gehorsame Kinder Gottes nicht mehr nach den eigensüchtigen Wünschen aus jener früheren Zeit, als ihr noch nichts ´von Christus` wusstet. Der, der euch berufen hat, ist heilig; darum sollt auch ihr ein durch und durch geheiligtes Leben führen.” (1. Petrus 1:14+15)

Zu 7 (Hasse die Sünde, liebe den Sünder):

Obwohl sich das nach einer biblischen Anweisung anhört, ist sie nicht direkt aus der Bibel. In Wirklichkeit ist es ein sehr loses Zitat von dem was Mahatma Gandhi 1929 schrieb, “Hasse die Sünde nicht den Sünder”.
Augustinus drückte im Jahr 424 einen ähnlichen Gedanken aus: “Mit Liebe für die Menschheit und Hass für die Sünde”

Das biblische Prinzip, dass diesen Satz bestätigt finden wir in Judas 22+23.

“Habt Erbarmen mit denen unter euch, die in ihrem Glauben unsicher sind. Andere müsst ihr gewissermaßen aus dem Feuer herausreißen, damit sie gerettet werden. Und wieder anderen sollt ihr zwar auch Erbarmen erweisen, doch seid dabei auf der Hut und verabscheut jede Beschmutzung durch ihren von der Sünde verdorbenen Charakter; haltet Abstand von ihnen, als wäre sogar das unrein, was sie anhaben.” 

Doch der “hasst die Sünde”-Teil heutzutage sehr unter Feuer, da sich immer mehr Menschen durch ihre Sünde definieren und das verwerfen, dass Gott klar und deutlich in seinem Wort zu uns gesprochen hat.

Zu 8 (Geld ist die Wurzel allen Übels):

Das ist ein gängiger Irrglaube den man einfach ausbessern kann.

“Denn die Liebe zum Geld ist eine Wurzel, aus der alles nur erdenkliche Böse hervorwächst. Schon manche sind vom Glauben abgeirrt, weil sie der Geldgier verfallen sind, und haben dadurch bitteres Leid über sich gebracht.” (1.Timotheus 6:10)

Geld ist weder schlecht noch gut und wohlhabend zu sein ist auch keine Sünde; Hiob wahr sehr wohlhabend und wird als ein Mann beschrieben der “war ein untadeliger und rechtschaffender Mann, der Gott fürchtet und das Böse mied.” (Hiob 1:1)

Die Liebe zum Geld” deutet im griechischen eine emotionale Zuneigung an und sie “eine Wurzel, aus der alles nur erdenkliche Böse hervorwächst“, denn der Wunsch sich Reichtum an zuhäufen wird dann über Gott und andere gesetzt.

Zu 9 (Der Löwe wird sich mit dem Lamm niederlegen):

Auch wenn Jesus der Löwe von Juda und das Lamm Gottes ist (Offenbarung 5), kommt dieser Satz nicht in der Bibel vor.

In Jesaja 11:6 lesen wir: “Da wird der Wolf bei dem Lämmlein wohnen und der Leopard sich bei dem Böcklein niederlegen. Das Kalb, der junge Löwe und das Mastvieh werden beieinander sein, und ein kleiner Knabe wird sie treiben.”

So ähnlich lesen wir auch in Jesaja 65:25: “Wolf und Lamm werden einträchtig weiden, und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind, und die Schlange wird sich von Staub nähren.[…]”

Der Gedanke ist der richtige, Jäger und Beutetier werden einmal friedlich beieinander sein.

Wir finden heraus, dass keiner dieser Sätze Wort für Wort in der Bibel zu finden ist. Genau aus diesem Grund, sollten wir schon viel mehr Zeit in seinem Wort verbringen. Nicht nur um über ihn bescheid zu wissen, sondern ihn auch kennen zu lernen.

Teile es auch mit anderen...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.